Zum vierten Mal seit Entstehung des europäischen Netzwerks treffen sich die Partner von StartNet Europe, diesmal vom 25. bis 27. Juni zu Gast bei StartNet Italien in Bari. Eine gute Gelegenheit, um einige Projekte und Initiativen des apulischen Netzwerks näher kennen zu lernen, aber auch um zwei grundlegende Themen anzugehen: PR und Kommunikation und die Beteiligung von Unternehmen am Übergang Schule-Beruf. Zuvor hatten die Partner, die aus sechs verschiedenen europäischen Ländern anreisten, am Workshop zu guten Praktiken in der Berufsorientierung teilgenommen, der bereits am 24. Juni im Impact Hub Bari begonnen hatte.

Erfolgreich mit den richtigen Zielgruppen kommunizieren

Für einige Partner-Initiativen, die Multi-Stakeholder Projekte haben, liegt die Hauptschwierigkeit in der Heterogenität der Zielgruppen, der sie ihre Tätigkeiten mitteilen wollen: öffentliche Verwaltungen (mögliche Geldgeber), Partnereinrichtungen, der gemeinnützige und private Sektor, Familien, Vertreter aus dem Bildungsbereich und die jungen Menschen selbst. Wie kann man die eigenen Aktivitäten so unterschiedlichen Zielgruppen mitteilen? In vielen Projekten sind weder Personal noch Geldmittel ausschließlich für Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen. Die Öffentlichkeitsarbeit via Web, Newsletter, Soziale Medien oder Pressedienste ist oftmals nicht unmittelbarer Teil der Aktivitäten und wird von Projektreferenten vorangebracht, die als “Kommunikationsmanager” improvisieren müssen.

Eine weitere Herausforderung, die deutlich geworden ist: Der Einsatz der Sozialen Medien, insbesondere Instagram, um junge Menschen zu erreichen, die schwer zu “fassen” sind, wie benachteiligte Jugendliche, die die Schule abgebrochen haben, weder arbeiten noch einer Ausbildung nachgehen.

Gemeinsam mit der Journalistin Letizia Gambini des European Journalism Centre tauschten sich die Initiativen aus und erarbeiteten erste Prioritäten: Nachrichten vereinfachen, die Jugendlichen mehr bei der Entwicklung von Inhalten für die Sozialen Medien einbeziehen, Strategien und spezifische Kommunikationswege für jede Zielgruppe schaffen.

Besuch in der europäischen Kulturhauptstadt Matera

Teil des Programms war auch der Besuch beim Kommunikationsteam der Fondazione Matera Capitale Europea della Cultura 2019. Der partizipative Charakter des kulturellen und sozialen Programms der Stiftung spiegelt sich auch in deren Kommunikationsstrategie wieder. Trotz des begrenzten Personals gelingt es dem Team, die gesamte Öffentlichkeitsarbeit (Presse, Soziale Medien, Werbung) für Tausende von Veranstaltungen zu koordinieren, indem sie auf ein flächendeckendes Netzwerk kleiner und großer lokaler Partner-Organisationen, die die gesamte Basilikata abdecken, bauen.

Die Perspektive der Unternehmen

Wer im Bereich Übergang Schule-Beruf arbeitet, steht oft vor einem Dilemma: man arbeitet mit Bildungseinrichtungen, Schulen, Familien und Jugendlichen zusammen, aber die Unternehmen sind schwer zu involvieren. Cesare De Palma, Präsident der Abteilung für Mechanik, Elektrik und Elektronik des Arbeitgeberverbands Confindustria Bari BAT, Partner von StartNet Italien, selbst Betriebsleiter, und zu Gast bei der Tagung, hat erklärt, was seiner Erfahrung nach der beste Weg sein könnte, um die Unternehmenswelt mit ins Boot zu holen. Sein Tipp: diejenigen Unternehmen in der Gegend ausfindig machen, die für soziale Themen offen sind, das soziale Gewissen der Unternehmer ansprechen, ihnen aber gleichzeitig eine Image-Strategie für ihre Corporate Social Responsibility anbieten. Im Gegenzug kann ein konkretes Engagement im Rahmen der Aktivitäten zur Orientierung oder Berufsbildung von Jugendlichen erwartet werden.

Die europäischen und italienischen Partner, die am Treffen teilgenommen haben:

ALISEO mit #progettiamocilfuturo (Italien, Ligurien)

Apprentis D’Auteuil (Frankreich)

Cometa (Lombardei, Italien)

Fundación Secretariado Gitanos (Spanien)

Jugendnetzwerk OÖ (Arbeiterkammer Oberösterreich, Österreich)

Jump Naar Werk/Tracé Brussel (Belgien)

KAoA Kein Anschluss ohne Abschluss (Nordrhein-Westfalen, Deutschland)

Lanzaderas de Empleo y Emprendimiento Solidario (Spanien)

NOVA Onlus Consorzio Nazionale per l'innovazione sociale (mit Kooperativen in ganz Italien)

Ruhrfutur (Deutschland)

Scoala de Valori (Rumänien)

Außerdem geht unser Dank an

Ashoka Italia

Confindustria Bari e Barletta-Andria-Trani

Mood Comunicazione

Stiftung Mercator